MDax erreicht Allzeithoch

Der MDax knackte am Mittwoch die 14.000er-Marke. Experten sehen weiterhin gute Aussichten für die Entwicklung des MDax.

Der MDax hat am Mittwoch ein Allzeithoch erreicht: er überschritt die Marke von 14.000 Punkten. In 2012 hatte der MDax den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2007 bereits eingestellt.

Der MDax gewann seit Beginn des Jahres stark an Wert. Während der Index der 50 mittelgroßen Werte Anfang Januar noch bei rund 12.000 Punkten lag, konnte der MDax bis Anfang April auf knapp 13.500 Punkten ansteigen. Nach kurzzeitigen Ab- und Aufwärtsbewegungen setzte Mitte April erneut eine Aufwärtsbewegung ein und stieg von rund 13.000 Punkten auf über 13.500 Punkte Anfang Mai. Am Mittwoch überschritt der MDax die 14.000er-Marke.

Als Grund für den starken Anstieg des MDax in den vergangenen Wochen sehen Experten vor allem das billige Geld der Zentralbanken. Analysten sehen nach Berichten des Handelsblatts zunächst noch weitere Aufwärtspotenzial. Die gesteigerte Effizienz von deutschen Unternehmen erhöhe zudem die Attraktivität von Unternehmensanteilen.

Samaras: Griechenlandpleite droht Ende November

In einem Interview mit dem Handelsblatt warnte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras eindringlich vor den gesellschaftlichen Folgen einer weiter Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage Griechenlands. Er sehe die griechische Gesellschaft „als Ganzes“ bedroht und verglich den status quo des Aufstiegs von links- und rechtsextremen Populisten mit dem Ende der Weimarer Republik. Das Scheitern seiner Regierung hätte chaotische Zustände zur Folge.

Samaras verdeutlichte, dass nach den bereits schmerzhaften Einschnitten nun der letzte bevor stünde – danach müsse es ein „Licht am Ende des Tunnels“ geben. Er forderte zudem mehr Zeit ein für die Sanierung Griechenlands. Kritisch äußerte er sich über Bundeswirtschaftsminister Rösler, der offensichtlich nicht Griechenlands „bester Verbündeter“ sei.

Bundeskanzlerin Merkel hingegen habe mit ihrer Äußerung dass „ihr das Herz blutet“ – gemeint ist die wachsende Armut in Griechenlad – genau den richtige Ton getroffen.

Dax weiter bei über 7000 Punkte

Die Anleger zeigten sich am heutigen Handelstag zuversichtlich. Der Dax startete im Plus und konnte sich über 7000 Punkte halten.

Die Zuversicht der Anleger auf ein baldiges Eingreifen der EZB ließen den Dax heute ansteigen. Der Leitindex startete am Morgen im Plus und hielt sich über 7000 Punkte. Aufgrund von mehrheitlich freundlicher Aktienmärkte in Asien und optimistischen Analystenkommentaren stieg der Dax auf bis zu 7098 Punkte.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte Ende Juli Schritte im Kampf gegen die Schuldenkrise stärkeres Engagement in Aussicht gestellt. Seitdem warten die Anleger auf die Durchführung entsprechender Schritte. Marktstratege Lars Kremkow vom Broker Activtrades schätzte gegenüber Handelsblatt.com ein, dass die Hoffnung der Investoren auf den großen Wurf der Europäischen Zentralbank das Fundament der aktuellen Bewegung im Dax sei. Die Anleger sähen demnach die Zeit gekommen, dass die Währungshüter in Frankfurt den großen Worten auch Taten folgen lassen. Die Euro-Krise soll damit nachhaltig entschärft werden.

Dax nach Vortagesgewinnen etwas leichter

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt gehen nach den Kursaufschlägen der letzten drei Tage erst einmal auf Nummer sicher. Viele Investoren gehen vor der bevorstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank auf Defensivstellung.

Der deutsche Aktienmarkt gab zum Handelsstart am Mittwoch leicht nach. Nach den Kursgewinnen der letzten Tage geht der Markt in den Konsolidierungsmodus.
Händlern zufolge wagt sich vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag kaum einer aus der Deckung. Zudem fehlten die Impulse der US-Börsen, die aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen blieben, was zu zusätzlicher Zurückhaltung der Anleger führte.

Industrie setzt die Talfahrt fort

Die schwächelnde Weltkonjunktur setzt dem Industrie-Einkaufsmanagerindex stark zu. Dieser befindet sich seit März im Sinkflug. Es mangelt an Neu- und Folgeaufträgen.

Die deutsche Industrie verzeichnete im Juni die höchsten Wachstumseinbußen seit drei Jahren. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sank den vierten Monat in Folge und steuerte auf einen  Wert von 45,0 Punkten zu. Das schwache Ergebnis fiel dennoch besser aus als nach den vorläufigen Daten erwartet. Aus den Daten heraus wurde ein PMI von 44,7 errechnet. Die befragten Volkswirte waren der Meinung, dass der Stand auf dem Wert von 44,7 verharren würde.
Der Grund dieser schlechten Werte sei vor allem der Mangel an Neu- und Folgeaufträgen. Welches zur Folge hatte, dass auch die Produktion im Juni stark zurückgefahren wurden. Damit setzte sich nämlich die Auftragsflaute weiter fort. Der Rückgang bei den Preisen für Rohstoffe und Vormaterialien zwang auch die Unternehmen dazu ihre Verkaufspreise erstmals wieder, nach zweieinhalb Jahren, geringfügig herabzusetzen.

Auch Zypern unter dem Euro-Rettungsschirm

Einen Tag nach dem Antrag Zyperns auf Hilfe vom Euro-Rettungsschirm wird nun über die Höhe des Betrags spekuliert. Der Regierungssprecher Stefanos Stefanou äußerte sich im zyprischen Radio wie folgt: „In den nächsten Tagen werden Experten der EU nach Zypern kommen, um zu sehen, was wir brauchen.“

Derzeit wollte er sich nicht über die Höhe der Hilfe äußern. Doch zyprische Medien gehen von einem Bedarf von ca. sechs bis zehn Milliarden Euro aus. Somit tritt Zypern, die als drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum gilt, als fünftes Land unter dem Rettungsschirm. Der Inselstaat bat am Montagabend seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF und ESM. Die Ratingagentur Fitch setzte die Kreditwürdigkeit Zyperns auf Ramsch-Niveau. Zyperns Hauptproblem liege daran, dass der Inselstaat eng mit den griechischen Geldhäusern kooperiert.
Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Eurogruppe, begrüßte den Hilferuf aus Zypern. „Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben.“, äußerte sich der Premier Luxemburgs am Montag.

Inflationsrate in Deutschland unter 2 Prozent

In Deutschland sank die Inflationsrate unter 2 Prozent. Das Statistische Bundesamt teilte am Mittwoch in Wiesbaden mit, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent stiegen. Somit herrsche, laut der Definition der Europäischen Zentralbank, wieder stabile Preise, wie sie nur bei Werten knapp unterhalb von 2 Prozent gewährleistet sehen.
Im März und im April lag die Teuerungsrate mit 2,1 Prozent noch über der Marke, da Autofahrer an den Zapfsäulen Rekordpreise zahlen mussten.
Experten befürchten nun, dass die Inflation über kurz oder lang wieder anziehen wird. Sie verweisen auf starke Lohnerhöhungen von über 4 Prozent.

Bundesbank will umschichten

Die Bundesbank will ihre Fremdwährungsbestände mit Anlagen in Australischen Dollar erweitern. Laut den Gesprächen zwischen den australischen Banken und Bundesbank-Vertretern bestünde ein großes Interesse an Investments in Australische Dollar.
Die Bundesbank kommentierte diese Informationen allerdings nicht.
Die australische Notenbank habe, laut eines Mitarbeiters der Reserve Bank, eine Dokumentation für die Bundesbank vorbereitet, die die Struktur der australischen Anleihemärkte und deren Wirtschaft darstellt.
Auch die australische Zentralbank verweigerte Äußerungen zu diesen Informationen.
Nach Angaben des Australian Foreign Exchange Committee ist die australische Währung die Nummer 7 beim globalen Devisenhandelsvolumen. Diese Angaben spiegeln somit die gute Verfassung der australischen Konjunktur wider.