Dax nach Vortagesgewinnen etwas leichter

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt gehen nach den Kursaufschlägen der letzten drei Tage erst einmal auf Nummer sicher. Viele Investoren gehen vor der bevorstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank auf Defensivstellung.

Der deutsche Aktienmarkt gab zum Handelsstart am Mittwoch leicht nach. Nach den Kursgewinnen der letzten Tage geht der Markt in den Konsolidierungsmodus.
Händlern zufolge wagt sich vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag kaum einer aus der Deckung. Zudem fehlten die Impulse der US-Börsen, die aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen blieben, was zu zusätzlicher Zurückhaltung der Anleger führte.

Industrie setzt die Talfahrt fort

Die schwächelnde Weltkonjunktur setzt dem Industrie-Einkaufsmanagerindex stark zu. Dieser befindet sich seit März im Sinkflug. Es mangelt an Neu- und Folgeaufträgen.

Die deutsche Industrie verzeichnete im Juni die höchsten Wachstumseinbußen seit drei Jahren. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sank den vierten Monat in Folge und steuerte auf einen  Wert von 45,0 Punkten zu. Das schwache Ergebnis fiel dennoch besser aus als nach den vorläufigen Daten erwartet. Aus den Daten heraus wurde ein PMI von 44,7 errechnet. Die befragten Volkswirte waren der Meinung, dass der Stand auf dem Wert von 44,7 verharren würde.
Der Grund dieser schlechten Werte sei vor allem der Mangel an Neu- und Folgeaufträgen. Welches zur Folge hatte, dass auch die Produktion im Juni stark zurückgefahren wurden. Damit setzte sich nämlich die Auftragsflaute weiter fort. Der Rückgang bei den Preisen für Rohstoffe und Vormaterialien zwang auch die Unternehmen dazu ihre Verkaufspreise erstmals wieder, nach zweieinhalb Jahren, geringfügig herabzusetzen.

Euro-Yen-Wechselkurs bleibt relativ stabil

Der Euro-Yen-Kurs unterliegt angesichts des EU-Gipfels leichten Wankungen. Die Entscheidung Japans, die Mehrwertsteuer zu verdoppeln, stabilisierte den Yen in den Tagen zuvor.

Am Donnerstag unterliegt der Euro-Yen-Kurs leichten Wankungen. Aufgrund des am Donnerstag begonnenen EU-Gipfels herrscht an den Devisenmärkten zugleich große Spannung und Unsicherheit. Am Donnerstag schwank der Kurs zwischen 98,5 und 99,0 Yen je Euro. Zurzeit liegt er bei 98,76 Yen je Euro.
Am Dienstag hatte Japans Unterhaus das Gesetz zur Verdoppelung der Mehrwertsteuer beschlossen. Der Yen-Kurs konnte sich daher leicht stabilisieren und überschritt am Dienstag die 99-Yen-Marke leicht (99,07 Yen je Euro). Die Mehrwertsteuer soll nach Berichten von „Welt Online“ bis 2015 schrittweise von fünf auf zehn Prozent erhöht werden. Diesem Gesetz stimmte das japanische Unterhaus am Dienstag zu. Die Vorlage der Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erhielt eine komfortable Mehrheit von 363 der 459 abgegebenen Stimmen. Dennoch ist die Gefahr einer Regierungskrise noch nicht abgewendet, da 57 Abgeordnete von Nodas eigener Partei, der Demokratischen Partei Japans, gegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer stimmten.
Nach monatelangen Verhandlungen konnte die Regierung zwei Oppositionsparteien für den Vorschlag der Steuererhöhung gewinnen. Mit diesem Plan beabsichtigt die Regierung, die hohen Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Denn Japan hat mit einer Verschuldung in doppelter Höhe des Bruttoinlandsprodukts einen weltweiten Höchststand erreicht. Die Abweichler aus der Regierungspartei setzen sich gegen die Mehrwertsteuererhöhung ein, da diese nicht im Wahlprogramm enthalten gewesen sei. Das Oberhaus muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen. Der weitere Verlauf des Euro-Yen-Kurses wird in den nächsten Tagen von dem Ausgang des EU-Gipfels abhängen.

Auch Zypern unter dem Euro-Rettungsschirm

Einen Tag nach dem Antrag Zyperns auf Hilfe vom Euro-Rettungsschirm wird nun über die Höhe des Betrags spekuliert. Der Regierungssprecher Stefanos Stefanou äußerte sich im zyprischen Radio wie folgt: „In den nächsten Tagen werden Experten der EU nach Zypern kommen, um zu sehen, was wir brauchen.“

Derzeit wollte er sich nicht über die Höhe der Hilfe äußern. Doch zyprische Medien gehen von einem Bedarf von ca. sechs bis zehn Milliarden Euro aus. Somit tritt Zypern, die als drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum gilt, als fünftes Land unter dem Rettungsschirm. Der Inselstaat bat am Montagabend seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF und ESM. Die Ratingagentur Fitch setzte die Kreditwürdigkeit Zyperns auf Ramsch-Niveau. Zyperns Hauptproblem liege daran, dass der Inselstaat eng mit den griechischen Geldhäusern kooperiert.
Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Eurogruppe, begrüßte den Hilferuf aus Zypern. „Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben.“, äußerte sich der Premier Luxemburgs am Montag.

Nachfrage nach Silber leicht rückläufig

Der Silberpreis zeigt sich erneut in starker Abhängigkeit vom Goldpreis. Daher schwankt der Silberpreis momentan leicht.

Der Silberpreis zeigt seit Mitte Mai 2012 einen leichten Abwärtstrend. Während der Silberpreis noch zu Beginn des Jahres deutlich zulegen konnte und Ende Februar sogar die 36 USD-Marke überschritt und bei fast 37 USD lag, verlor Silber danach deutlich an Wert. Mitte Mai sank der Preis je Feinunze sogar unter 28 USD. Derzeit schwankt der Silberpreis leicht und liegt tendenziell um 28 USD je Feinunze (aktuell bei 28,38 USD je Unze).
Diese Schwankungen gehen vor allem auf die hohe Abhängigkeit vom Goldpreis zurück. Wie der Goldpreis orientiert sich der Silberpreis stark an der allgemeinen Wirtschaftslage. Derzeit befindet sich die Nachfrage nach Silber auf einem hohen Niveau angesichts der hohen Unsicherheit unter Anlegern, die aufgrund der noch lange nicht gelösten Euro-Schuldenkrise weiter anhält. Sollte sich die Weltkonjunktur jedoch langfristig nicht erholen können, wird davon ausgegangen, dass der Goldpreis davon mehr profitieren wird als der Preis für Silber. Dies liegt unter anderem an der hohen Volatilität von Silber.
Andererseits könnte Silber langfristig von der steigenden Nachfrage in der Industrie profitieren, da hier die Möglichkeiten, Silber einzusetzen, immer vielfältiger werden. Vor allem in der Medizintechnik wird immer öfter auf Silber gesetzt, was die Nachfrage nach Silber nach Ansicht von Experten auf lange Sicht steigern könnte.

Inflationsrate in Deutschland unter 2 Prozent

In Deutschland sank die Inflationsrate unter 2 Prozent. Das Statistische Bundesamt teilte am Mittwoch in Wiesbaden mit, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent stiegen. Somit herrsche, laut der Definition der Europäischen Zentralbank, wieder stabile Preise, wie sie nur bei Werten knapp unterhalb von 2 Prozent gewährleistet sehen.
Im März und im April lag die Teuerungsrate mit 2,1 Prozent noch über der Marke, da Autofahrer an den Zapfsäulen Rekordpreise zahlen mussten.
Experten befürchten nun, dass die Inflation über kurz oder lang wieder anziehen wird. Sie verweisen auf starke Lohnerhöhungen von über 4 Prozent.

Goldpreis wieder über 1.600 US-Dollar

Nachdem der Goldpreis vor kurzem noch mit unter 1.600 USD pro Unze gehandelt wurde hat der Preis nochmal am Dienstag deutlich zugelegt und notiert aktuell bei einem Wert von 1.612 USD pro Feinunze.
Die Sorgen um Spanien und Griechenland und die Hoffnung auf ein weiteres Stimuluspaket in den USA führten zum Anstieg.

Nach dem Rettungspaket für Spaniens Banken in Höhe von bis zu 100 Mrd. Euro wird nun davon ausgegangen, dass der Betrag zur Rettung Spaniens nicht ausreichen würde. Zudem machen sich die Sorgen über den Ausgang der griechischen Wahlen am 17. Juni deutlich bemerkbar. Laut der Nachrichtenagentur Reuters diskutierten am Montag bereits EU-Offizielle über Beschränkungen der Auszahlungen an Geldautomaten. Außerdem thematisierten sie Grenzkontrollen und Kapitalflusskontrollen einzurichten, falls Griechenland den Euro tatsächlich verlassen sollte.
Die Krise in Europa verlangsamt auch das Wirtschaftswachstum. Doch Rohstoffexperten sind der Ansicht, dass der Markt weitere solche Maßnahmen erwarte und dies den Goldpreis weiterhin stütze.

Bundesbank will umschichten

Die Bundesbank will ihre Fremdwährungsbestände mit Anlagen in Australischen Dollar erweitern. Laut den Gesprächen zwischen den australischen Banken und Bundesbank-Vertretern bestünde ein großes Interesse an Investments in Australische Dollar.
Die Bundesbank kommentierte diese Informationen allerdings nicht.
Die australische Notenbank habe, laut eines Mitarbeiters der Reserve Bank, eine Dokumentation für die Bundesbank vorbereitet, die die Struktur der australischen Anleihemärkte und deren Wirtschaft darstellt.
Auch die australische Zentralbank verweigerte Äußerungen zu diesen Informationen.
Nach Angaben des Australian Foreign Exchange Committee ist die australische Währung die Nummer 7 beim globalen Devisenhandelsvolumen. Diese Angaben spiegeln somit die gute Verfassung der australischen Konjunktur wider.