Samaras: Griechenlandpleite droht Ende November

In einem Interview mit dem Handelsblatt warnte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras eindringlich vor den gesellschaftlichen Folgen einer weiter Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage Griechenlands. Er sehe die griechische Gesellschaft „als Ganzes“ bedroht und verglich den status quo des Aufstiegs von links- und rechtsextremen Populisten mit dem Ende der Weimarer Republik. Das Scheitern seiner Regierung hätte chaotische Zustände zur Folge.

Samaras verdeutlichte, dass nach den bereits schmerzhaften Einschnitten nun der letzte bevor stünde – danach müsse es ein „Licht am Ende des Tunnels“ geben. Er forderte zudem mehr Zeit ein für die Sanierung Griechenlands. Kritisch äußerte er sich über Bundeswirtschaftsminister Rösler, der offensichtlich nicht Griechenlands „bester Verbündeter“ sei.

Bundeskanzlerin Merkel hingegen habe mit ihrer Äußerung dass „ihr das Herz blutet“ – gemeint ist die wachsende Armut in Griechenlad – genau den richtige Ton getroffen.

Auch Zypern unter dem Euro-Rettungsschirm

Einen Tag nach dem Antrag Zyperns auf Hilfe vom Euro-Rettungsschirm wird nun über die Höhe des Betrags spekuliert. Der Regierungssprecher Stefanos Stefanou äußerte sich im zyprischen Radio wie folgt: „In den nächsten Tagen werden Experten der EU nach Zypern kommen, um zu sehen, was wir brauchen.“

Derzeit wollte er sich nicht über die Höhe der Hilfe äußern. Doch zyprische Medien gehen von einem Bedarf von ca. sechs bis zehn Milliarden Euro aus. Somit tritt Zypern, die als drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum gilt, als fünftes Land unter dem Rettungsschirm. Der Inselstaat bat am Montagabend seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF und ESM. Die Ratingagentur Fitch setzte die Kreditwürdigkeit Zyperns auf Ramsch-Niveau. Zyperns Hauptproblem liege daran, dass der Inselstaat eng mit den griechischen Geldhäusern kooperiert.
Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Eurogruppe, begrüßte den Hilferuf aus Zypern. „Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben.“, äußerte sich der Premier Luxemburgs am Montag.

Goldpreis wieder über 1.600 US-Dollar

Nachdem der Goldpreis vor kurzem noch mit unter 1.600 USD pro Unze gehandelt wurde hat der Preis nochmal am Dienstag deutlich zugelegt und notiert aktuell bei einem Wert von 1.612 USD pro Feinunze.
Die Sorgen um Spanien und Griechenland und die Hoffnung auf ein weiteres Stimuluspaket in den USA führten zum Anstieg.

Nach dem Rettungspaket für Spaniens Banken in Höhe von bis zu 100 Mrd. Euro wird nun davon ausgegangen, dass der Betrag zur Rettung Spaniens nicht ausreichen würde. Zudem machen sich die Sorgen über den Ausgang der griechischen Wahlen am 17. Juni deutlich bemerkbar. Laut der Nachrichtenagentur Reuters diskutierten am Montag bereits EU-Offizielle über Beschränkungen der Auszahlungen an Geldautomaten. Außerdem thematisierten sie Grenzkontrollen und Kapitalflusskontrollen einzurichten, falls Griechenland den Euro tatsächlich verlassen sollte.
Die Krise in Europa verlangsamt auch das Wirtschaftswachstum. Doch Rohstoffexperten sind der Ansicht, dass der Markt weitere solche Maßnahmen erwarte und dies den Goldpreis weiterhin stütze.